ProCoach Research

Warum Kunden im Online-Coaching weitertrainieren

ProCoach hat über 13.000 Trainings ausgewertet, die mehr als zweihundert Athleten innerhalb von zwölf Monaten erfasst haben. Zwei Muster stechen heraus: Kunden mit regelmäßigen Check-ins trainieren mehr als doppelt so lange weiter wie Kunden ohne Check-ins, und fast ein Viertel aller Trainings findet montags statt.

Veröffentlicht im August 2026 · Über 13.000 Trainings von mehr als zweihundert Athleten, erfasst zwischen September 2025 und August 2026.

Fast alles, was du über die Bindung von Online-Kunden liest, beruht auf persönlichen Erfahrungen. Jemand hat einmal vierzig Menschen betreut, erzählt dir, was damals funktioniert hat, und daraus sollst du dein Business ableiten.

Wir haben stattdessen Daten. Coaches betreuen ihre Kunden täglich mit ProCoach. Dadurch wird sichtbar, welche Trainings absolviert werden, welche Kunden dabeibleiben und welche nicht mehr aktiv sind. Wir haben die Daten aus zwölf Monaten ausgewertet.

Zwei Ergebnisse sind klar genug, um noch diese Woche danach zu handeln. Hier erfährst du, welche das sind und was wir für deinen Kundenstamm daraus ableiten würden.

Anteil aller erfassten Trainings nach Wochentag
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So

Gib jedem Kunden einen Check-in

Das ist der größte Unterschied im gesamten Datensatz. Kunden, deren Coach regelmäßige Check-ins durchführt, trainieren mehr als doppelt so lange weiter wie Kunden ohne Check-ins. Während dieser Zeit trainieren sie außerdem etwa doppelt so oft.

Der Aufwand dafür ist gering. Ein Check-in besteht aus ein paar Fragen, die zu einem festen Termin verschickt werden. Du musst dafür weder online sein noch einen Anruf planen, auch nicht in einer vollen Woche.

Entscheidend ist, was als Check-in zählt. Eine gelegentliche Nachricht ist nicht dasselbe. Der Zusammenhang in den Daten zeigt sich bei Check-ins nach einem festen Zeitplan. Sie finden auch dann statt, wenn du viel zu tun hast und dein Kunde an Motivation verliert. Genau dann sind sie besonders wichtig.

Ein wichtiger Hinweis: Das ist ein Zusammenhang und kein Beweis für eine Ursache. Coaches, die Check-ins einrichten, sind möglicherweise auch in anderen Bereichen aufmerksamer. Mit diesen Daten lassen sich beide Effekte nicht voneinander trennen. Fest steht nur, dass sie über das ganze Jahr hinweg gemeinsam auftreten.

Plane für Montag, weil deine Kunden es bereits tun

Fast ein Viertel aller erfassten Trainings findet montags statt. Das sind rund dreimal so viele wie sonntags. Die Trainings verteilen sich also nicht gleichmäßig über die Woche und viele Kunden wollen montags gut starten.

Die meisten Pläne berücksichtigen das nicht. Alle sieben Tage werden gleich behandelt. Dadurch erhält die Einheit, die zufällig auf Montag fällt, oft die meiste Energie deines Kunden, auch wenn es die leichteste ist.

Nutze dieses Muster. Leg die wichtigste Einheit an den Wochenanfang, solange die Motivation am höchsten ist. Plane für die zweite Wochenhälfte leichtere Arbeit ein und rechne damit, dass Einheiten am Samstag häufiger ausfallen.

Das Muster zeigt dir auch, wann du Pläne verschicken solltest. Ein Plan am Sonntagabend erreicht einen Kunden, der bereits an Montag denkt. Am Dienstag hat die Woche dagegen schon begonnen und der beste Zeitpunkt ist möglicherweise vorbei.

Prüf deine Kundenliste, bevor du etwas anderes änderst

Jetzt kommt der unangenehme Teil. Nur eine Minderheit der Athleten in unserem Datensatz erhält überhaupt Check-ins. Ausgerechnet die Gewohnheit, die am stärksten mit länger aktiven Kunden zusammenhängt, wird am häufigsten ausgelassen.

Darin steckt auch eine gute Nachricht. Die größte Verbesserung für die meisten Coaching-Businesses ist weder ein neues Angebot noch ein neuer Preis oder Marketingkanal. Es ist eine Funktion, die bereits vorhanden ist und nicht genutzt wird.

Öffne deine Kundenliste und zähl, wie viele Kunden einen wiederkehrenden Check-in erhalten. Sind es die meisten, setzt du den wichtigsten Hinweis aus den Daten bereits um. Sind es nur wenige, weißt du, was du heute Nachmittag erledigen kannst.

Wie wir gemessen haben

Jede Zahl basiert auf Aktivitäten, die zwischen September 2025 und August 2026 in ProCoach erfasst wurden: über 13.000 Trainings von mehr als zweihundert Athleten, betreut von selbstständigen Coaches weltweit.

Trainingsaktivität bezeichnet hier den Zeitraum zwischen dem ersten und dem letzten erfassten Training eines Athleten. Für einen fairen Vergleich berücksichtigen wir Personen erst, wenn sie lange genug auf der Plattform sind. Wer letzten Monat dazugekommen ist, wird nicht mit jemandem verglichen, der letztes Jahr begonnen hat.

Das sind Zusammenhänge, keine Ursachen. Wir sagen es absichtlich zweimal, weil es der Teil ist, den die meisten Berichte weglassen.

Kundenbindungsraten fehlen in dieser Ausgabe bewusst. ProCoach ist im betrachteten Zeitraum um etwa das Siebzigfache gewachsen. Deshalb waren die meisten Athleten noch nicht lange genug dabei, um eine belastbare Zahl für zwölf Monate zu ermitteln. Wir veröffentlichen lieber zwei Ergebnisse, denen wir vertrauen, als drei, bei denen das nicht der Fall ist.

Weder einzelne Personen und Coaches noch Gesundheitsdaten werden hier gezeigt oder sind in die Berechnung eingeflossen. Alle Zahlen sind aggregierte Auszählungen.

Das kannst du diese Woche tun

Öffne deine Kundenliste und zähl, wer einen geplanten Check-in erhält. Richte für alle anderen ebenfalls einen ein, auch wenn er nur drei Fragen enthält.

Sieh dir anschließend deine Pläne an und prüf, welche Einheit auf Montag fällt. Ist es nicht die wichtigste, verschieb sie.

Keine der beiden Aufgaben dauert einen ganzen Nachmittag. Zusammen setzen sie die zwei klarsten Muster aus einem Jahr realer Coaching-Daten um.

Du kannst diese Ergebnisse gern zitieren. Nenne dabei ProCoach und verlinke auf diese Seite, damit deine Leser die Methode nachvollziehen können.

Check-ins nach Zeitplan

Geplante Check-ins sind in jedem ProCoach-Tarif enthalten, auch im kostenlosen. Richte sie einmal ein und ProCoach verschickt sie automatisch.